Katatonia – The Fall of Hearts; Frohsinn? Ehm…Ne

Ganze vier Jahre nach dem großartigen „Dead End Kings“kommen die Schweden von Katatonia nun mit einem neuen Album um die Ecke und verfolgen den eingeschlagenen Stil weiter, der sich irgendwo zwischen sphärischer Melancholie und Progressive Metal einpendelt. Ob „The Fall of Hearts“ auch musikalische  Überraschungen bereithält, klären wir nun im Detail:

„Takeover“ fackelt nicht lange und beginnt direkt  mit dem vertrackt wie verträumten Intro, um nach einer Minute in ein komplexes Riff zu münden. Im weiteren Verlauf kommt der Song vor allem durch die stark akzentuierten Gitarren, die mit Orgel unterlegt werden, deutlich progressiver als frühere Songs der Band daher. Im Refrain öffnet sich das Stück – sphärische Gitarren und Jonas Renkses Stimme übernehmen die Führung, um schnell wieder an Komplexität zu gewinnen. Der siebenminütige Opener macht den Einstieg zwar nicht leicht, stellt aber schon viele Gangarten der Platte vor und bleibt gerade durch die prägnanten Riffs im Ohr – toller Einsteig. „Serien“ ist deutlich straighter  und geht mehr nach Vorne. Dabei fallen besonders die Keyboard-Melodie im Intro und der starke Refrain auf. Ebenfalls toll, wie im Mittelteil die Stimmung aufbricht und neue Elemente hinzugefügt werden. „Old Heart Falls“ ist wohl der typischste Katatonia Song auf dem Album, beginnt mit Rhodes und Stimme  und hat tolle Gitarrenmelodien. Im Gegensatz zu den Vorgängern fällt hier die etwas weniger harte Produktion von „The Fall of Hearts“ auf. Die Gitarren  und das Schlagzeug knallt nicht so metalmäßig aus den Boxen –  sehr angenehm, wie ich finde. Mit  „Decima“ wird es dann das erste Mal extrem ruhig und lässt dem Zuhörer eine kurze Pause bis „Sanction“ den Härtegrad deutlich anhebt. Auch hier lösen sich laute und ruhige Stellen stetig ab: Für Dynamik in den Songs ist also gesorgt. „Shifts“ ist für mich ein absolutes Highlight, da der Song mit seiner getragenen verträumten Stimmung an „Damnation“ von Opeth erinnert und detailverliebt dahinschwelkt. „The Night Subscriber“ ist mit seiner Klaviermelodie, dem nervös zuckendem Schlagzeug und den Synthiestreichern ebenfalls ein Highlight, da der Song alle Dynamiken der Band enthält und bei aller Komplexität trotzdem nachvollziehbar und griffig ist. „Pale Flag“ ist wohl der akustischste Song auf dem Album und schafft einen guten Spannungsbogen zum abschließenden „Passer“, der mit Double-Base und virtuoser Gitarre daherkommt. Der Song ist sehr metal-lastig, lässt aber wieder die bandeigenen Trademarks einfließen und bietet einen furiosen Abschluss.

Wer nach Frohsinn sucht wird mit „The Fall of Hearts“ keinen Spass haben: Das Album macht seinem Namen alle Ehre und ist ohne Ausnahmen düster und schwermütig. Katatonia perfektionieren ihren Stil jedoch und liefern mit dem Album ihr Vielschichtigstes. Alle Riffs, Melodien und Ideen passen meiner Meinung nach perfekt zusammen. Jeder der sphärische Rockmusik und/oder progressive Musik mag, sollte definitiv reinhören- großes Kino!

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s