Tycho – Epoch; Wohlklang

„Epoch“ ist zwar  schon im September 2016 digital erschienen, jetzt gibt es das vierte Album von Tycho allerdings auch hier physisch zu erwerben. Grund genug mal genauer hinzuhören, immerhin haben mich die letzten beiden Alben des kalifornischen Ambient/Electro-Projektes um Mastermind Scott Hansen durchgehend überzeugt. Ob „Epoch“ an „Dive“ (2011) und „Awake“ (2014) anknüpft, oder sogar neue Wege geht klären wir im Detail:

„Glider“ macht den Anfang und beginnt verhalten bis der Song Fahrt aufnimmt. Im Fokus stehen vor allem Synthies, E-Drums etc., wodurch der Sound um plastisch daherkommt, was die eigenen Trademarks aber zu keiner Sekunde vermissen lässt. In „Horizon“ übernimmt die typische twanige  Gitarre die Melodie, wird dabei von flächigen Keys und verspielten Beats untermauert was schlussendlich die Tanzbarkeit des Songs herausarbeitet. „Slack“  bringt E-Bass und Live-Drums zurück und erinnert stark an viele Songs von „Awake“. Trotzdem setzten Tycho auf „Epoch“ an vielen Stellen  stärker auf eine elektronische Soundästhetik, was zum Beispiel am Titeltrack zu hören ist. „Division“ bringt alle Elemente unter einen Hut: Gitarren, Synthies, Bass und Schlagzeug bilden  eine unheimlich dichte Atmosphäre. „Source“ besticht durch verspielte Gitarren und den nervösen Beat, ohne dabei stressig zu klingen. Insgesamt folgen alle Songs einem ähnlichen Muster, was jedoch nie Langeweile aufkommen lässt. Jeder Song funktioniert sowohl für sich genommen, als auch im Fluss des Albums. Dabei wirkt jede Melodie gerade so griffig, dass der Wiedererkennungswert gegeben ist, man sich aber nicht  tot hören kann. Nichts auch „Epoch“ wirkt penetrant oder zu hookig, hier stand ganz klar der uneingeschränkte Wohlklang im Mittelpunkt.

„Epoch“ ist wie seine Vorgänger als Ganzes zu betrachten und funktioniert sowohl bewusst gehört als auch als Soundtrack und als Hintergrundmusik. Für mich sind die letzten beiden Alben von Tycho über die Jahre zu stetigen Begleitern geworden, da die Musik in vielen Lebenslagen funktioniert.“Epoch“ reiht sich da nahtlos ein und funktioniert als Album durch die Unaufgeregtheit vielleicht sogar am besten. Wer die letzten Platten von Tycho mochte, oder etwas für tanzbaren Ambient übrig hat, sollte definitiv mal rein hören  – tierische Platte.

 

 

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