Cloud Nothings – Life Without Sound; vom Erwachsenwerden

Nach „Attack On Memories“ (2012) und dem großartigem „Here Now And Elsewhere“ (2014) melden sich Cloud Nothings nun mit einem neuen Album zu Wort. Wieder zum Quartett gewachsen ließen die vorab veröffentlichten Songs vermuten, dass die Band um Kreativkopf Dylan Baldi auf „Life Without Sound“ etwas geordneter zu Werke geht als es bei den Vorgängern der Fall war. Da gerade beim direkten Vorgänger die Mischung aus wütendem Grunge, Punk und poppigen Melodien das Besondere war, ist es jetzt spannend zu hören ob und wie sich der Sound der Band verändert hat.

„Up To The Surface“ beginnt getragen mit Klavier, eine Gitarre gesellt sich dazu, bis schließlich die ganze Band im getragenen Tempo einsetzt. Dabei fällt der nachdenkliche Grundton und die aufgeräumte Produktion auf – Cloud Nothings scheinen „erwachsen“ geworden zu sein. Der Song schwillt schließlich weiter an und markiert einen stimmungsvollen Start. Mit „Things Are Right With You“ wird wieder bekanntes Terrain betreten und es rumpelt sympathisch zwischen College Rock und 90iger Emo. Auch hier fällt die klare Songstruktur und der starke Refrain auf, ohne dabei anbiedernt zu wirken. Generell wirkt der Bandsound weniger wütend als auf „Here Now And Elsewhere“, was aber keineswegs negativ zu sehen ist, sondern eher eine gewisse Reife erkennen lässt. Songs wie „Darkened Rings“ oder „Sight Unseen“ gehen gut nach vorne und bieten einen guten Kontrast zu „Internal World“oder „Enter Entirely“, die Weezer neidisch werden lassen könnten. Eingängig ist die Platte ebenfalls, wobei das im Vorhinein veröffentlichte „Modern Act“ wohl der poppigste Song der Band überhaupt ist, aber einfach tierisch ins Ohr geht. Grundsätzlich kriegen Cloud Nothings auf „Life Without Sound“ immer die Kurve und manövrieren geschickt zwischen klaren Refrains, noisigen Parts und schrammeligen Gitarren hin und her. Noise ist ein gutes Stichwort: Mit „Strange Years“ und „Realize My Fate“ geht das Album deutlich verrückter zu Ende als es begonnen hat. Dadurch ensteht etwas Abwechslung und man denkt hier und da an „In Utero“. Etwa bei „Strange Years“ kratzt Baldis Stimme herrlich zwischen massiven Gitarren  und das Stück verschwimmt schließlich mit seltsamen Klavierklängen. „Realize My Fate“ baut sich immer weiter auf, wird immer mächtiger und bedrohlicher und entlädt sich schließlich zu einem gelungenem Finale.

Insgesamt ist die Platte definitiv aufgeräumter als die Vorgänger. Es wirkt so, als ob mehr Detailarbeit in das Songwriting gesteckt wurde, was dazu führt, dass keiner der Songs wie ein Lückenfüller wirkt – Hier passt alles zusammen. Gerade zum Ende hin nimmt die Band nochmal einen anderen Weg und sorgt so für Abwechslung. „Life Without Sound“ ist die logische Weiterentwicklung für Cloud Nothings, die sich über weite Strecken treu bleiben, aber geschickt neue Elemente in den Bandsound integrieren. Wer noisigen Indie-Rock mit etwas 90iger College Rock und Emo Einflüssen mag, sollte unbedingt reinhören.

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